2013 – Fakten, Fakten, Fakten und ein bisschen Spekulation

Zu einem Schicksalsjahr könnte die 13 in diesem Jahrzehnt werden. Weltweite und europäische Probleme werden bestimmend sein im neuen Jahr

Silvester in HamburgAlle wissen es, aber so richtig haben es noch wenige kapiert, was da so richtig erfolgt. Morgen, am 01. Januar 2013 erlischt die alte GEZ-Gebühr. Aus der altbekannten „Gebühr“ wird „AZDBS“ – dem „ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice“. Mit dem neuen Coup, der als „Reform des Rundfunkstaatsvertrags“ verkauft wird, wird dann pro Haushalt eine Pauschale für alle Geräte fällig, so dass kein Bundesbürger mehr die Möglichkeit hat, sich von dieser Abgabe zu befreien. Es spielt keine Rolle, ob ein Haushalt sich überhaupt dem Propagandafeldzug von Lügen und Verdrehungen aussetzt, es sind ab morgen jeweils 17,98 Euro zu entrichten. Schickten in der Vergangenheit die GEZ ihre Kontrolleure an Haushalte, die vorgaben, keine TV- oder Rundfunkgeräte zu besitzen, so sind nunmehr „Gebührenverweigerer“ viel schneller zu ermitteln. Vergessen wir nicht, 17,98 Euro war auch die bisherige monatliche Gebühr. Kommentatoren bei ARD und ZDF frohlocken derzeit und verteidigen diese Maßnahme als „Beitrag zur Sicherung der Meinungsfreiheit“.

Gemäß dem am 18. Juli 2012 verabschiedeten Gesetzentwurf wird voraussichtlich ab Anfang 2013 der Weg aus der lebenslangen Schuldenfalle deutlich leichter und auch schneller als bisher – zumindest für einige Betroffene. Wer nunmehr 25 Prozent (zzgl. der Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens) seinen Gläubigern zurückzahlen kann, erhält bereits nach drei Jahren seine Restschuldbefreiung. Wer allerdings nur die mit dem Insolvenzverfahren verbunden Kosten zahlt, erlangt schon nach fünf Jahren Restschuldbefreiung. Das wird wohl in der Praxis die Mehrheit der Verbraucherinsolvenzen sein.

MehrwertsteuerAbsolut sicher fühlt sich bereits jetzt der derzeitige Finanzminister Schäuble, dass er auch nach der Bundestagswahl 2013 wieder im Amt sei. So werden schon jetzt an möglichen weiteren Sparpaketen gebastelt. Diesmal wird man wohl an der „Heiligen Kuh“ Mehrwertsteuer nicht vorbei kommen und zumindest die ermäßigten Steuersätze anheben. Damit würde dann für alle Waren und Dienstleistungen der einheitliche Steuersatz von 19 Prozent gültig sein. Treffen würde es insbesondere die breite Bevölkerung, die dann für ihre Lebensmittel nicht mehr 7 Prozent sondern ebenso 19 Prozent MWSt zahlt. Immerhin 23 Milliarden Euro würden so den öffentlichen Kassen an Mehreinnahmen zufließen. Die Neue Weltordnung (NWO) lässt grüßen und alles unter dem Deckmantel, Haushaltsdefizite zu stopfen.

Schon am 20. Januar soll in Österreich über die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht mittels einer Volksbefragung abgestimmt werden. Die Befürworter einer Berufsarmee müssen sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, ihr Land einfacher für eine Beteiligung an Kriegen vorzubereiten. Das Beispiel USA hat gezeigt, dass nach Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und Einführung einer Berufsarmee die Beteiligung an kriegerischen Einsätzen sprunghaft angestiegen ist und zwar ohne die Massenproteste, die wir noch aus den Zeiten des Vietnamkrieges kennen. Man mag mit der Einführung einer Berufsarmee im Trend liegen, denn immerhin 20 EU-Staaten nennen eine Berufsarmee ihr Eigen. Soldaten, die den Beruf des Tötens gelernt haben sind halt einfacher in den Krieg zu schicken als Soldaten wider Willen. Verschwiegen wird dabei, dass eine Berufsarmee um einiges teurer ist als das System Wehrpflichtiger. Empfehlenswert daher das Armeesystem der Schweiz, dessen Besonderheit das Milizsystem mit ausschließlicher Landesverteidigung darstellt.

Die Schuldenkrise in der Eurozone wird uns auch im Jahr 2013 beschäftigen. Es wird sich zeigen, dass die gegenwärtige (Schein-)Ruhe nur eine Ruhe vor dem Sturm ist, denn kein Problem ist in den Ländern Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien gelöst. Mit den bisherigen Hilfen wurde weder Kaufkraft geschaffen noch die Arbeitslosigkeit gemindert, im Gegenteil. Die Aufforderung das eigene Tafelsilber zu verkaufen war ein geschickter Deal, um multinationalen Konzernen zu ermöglichen sich ungeniert zu bedienen. Griechenland verfügt in der Ägäis über mehr Öl- und Erdgasreserven als in Schuldenkrisegesamt Sibirien. Schweden, Norwegen, Dänemark, Island, Estland, Lettland und Litauen bot Griechenland einen Kredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren von über 250 Milliarden an. Das geschah zu Beginn der Wirtschaftskrise in Griechenland, bevor also die Troika (EU, IWF und EZB) mit der endgültigen Zerstörung der griechischen Wirtschaft begonnen hat. Griechenland aber darf seine eigenen Erdöl- und Erdgasvorkommen nicht fördern. Aus der USA und Israel erhielt die wirtschaftspolitische Handelsorganisation Scandic Org dann die Nachricht, das man sich dem Thema schon angenommen hätte und jeder weiterer Versuch griechisches Gas zu bekommen nutzlos sei. Den betroffenen Bürgern wird jetzt durch die EU abverlangt, noch mehr Einschnitte bis hin zur Verarmung hinzunehmen. Banken jedoch bietet man Rettungsschirme an. Die Neue Weltordnung (NWO) lässt grüßen. Solidarität, der einer der Grundgedanken der Europäischen Union war, bleibt wohl auch 2013 auf der Strecke.

Im Januar wird einer der größten Banken Spaniens 18 Milliarden Euro an europäischen Hilfsgeldern erhalten, gleichzeitig werden 350.000 Kleinaktionäre der Bankia alles verlieren. Sie hatte man seinerzeit massiv zum Kauf der Bankia Aktien animiert. Viele hatten ihre eigene Altersversorgung in vermeintlich sichere Aktien investiert und jetzt verlieren sie alles. Die EU zwingt sie die Verluste zu tragen, sonst wird die Bank nicht gerettet. Das gleiche Spiel lief bereits in Irland, wo die Kleinaktionäre der Anglo Irish Bank mit nichts mehr dastehen. Die Bezeichnung legaler Diebstahl ist dagegen noch eine verharmlosung. Wohlgemerkt, ich spreche von Kleinaktionären.

Verteidigungsminister Thomas de MaizièreIn Deutschland, beinahe unbemerkt, werden vom Verteidigungsminister Thomas de Maizière Bundeswehrsoldaten ins westafrikanische Mali geschickt. Ein geschickter Schachzug, denn die Begründung lautet, dies sei nur eine Ausbildungshilfe der malischen Streitkräfte. Jedoch ist Mali der drittgrößte Goldproduzent Afrikas. Wir erinnern uns, der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler ist noch über seine wahre Aussage gestolpert, die Bundeswehr diene wirtschaftlichen Interessen, auch Deutschland führt eine bewaffnete Außenhandelspolitik. Zugegeben, im Norden des Landes wüten bewaffnete „Steinzeit-Islamisten“, dessen Herrschaft zu beenden sei. Jedoch kann ich nicht einsehen, warum Deutschland sich in innere Angelegenheiten anderer Staaten mit Militärhilfe engagieren muss. Letztlich kommen die Waffen der sogenannten „Steinzeit-Islamisten“ aus Staaten der NATO. Nicht nur, aber im großen Stil. In diesem Zusammenhang teilt das Pentagon mit, dass es in 30 der insgesamt 55 Staaten Afrikas schrittweise US-Soldaten stationieren wird, davon werden 4.000 Soldaten afrikanische Militärs ausbilden, im Kampf gegen die wachsende Bedrohung welche die Alqaida darstellt. Es scheint so, dass de Maizière vom Kuchen etwas abhaben möchte.

2013 wird der Wert von Immobilien in der Eurozone weiter fallen. Gegenwärtig kommt dem Verkauf von Immobilien das niedrige Zinsniveau für Hypotheken- und Grundschulddarlehen zugute.

Größtes Problem, und das wird 2013 das wichtigste Thema für den Weltfrieden sein, ist der Nahe Osten. Assad wird 2013 fallen und Syrien von den salafistischen Terroristen mit NATO-Hilfe erobert. Ist derzeit der Ruf nach Flugverbotszonen seitens der NATO verstummt, liegt es einzig und alleine an der starren Haltung von Putin. Naiv hatte er sich Konflikt im Nahen Ostennoch im Libyen-Konflikt täuschen lassen und der dortigen Flugverbotszone zugestimmt und musste mit ansehen, wie seinerzeit seine Zustimmung für massive Bombardierungen missbraucht wurde. Diese Blöße wird er sich nicht ein zweites Mal geben. Um die ablehnende Haltung zu manifestieren kreuzen inzwischen Russische Kriegsschiffe im Mittelmehr. Erstmals in der Geschichte Chinas hat das Reich der Mitte ebenso ein Kriegsschiff in das östliche Mittelmehr entsannt. Damit stehen erstmals zwei Atommächte der NATO gegenüber mit der Warnung, „nicht mit uns und nicht gegen uns„. Die Auswirkung zeigt sich auch im Iran-Konflikt. Die NATO wird sich nicht verleiten lassen den Iran zu stürmen. Zu peinlich sind noch heute die Lügen über vermeintliche Massenvernichtungswaffen die Sadam Hussein angeblich lagern sollte. Das Konfliktpotential liegt da eher bei Israel. Ein Staat, der sich wirtschaftlich eine kriegerische Auseinandersetzung nicht leisten kann. Am Krieg allerdings, das hat die Geschichte immer wieder gezeigt, verdient nur die Kriegsindustrie – egal wo sie sitzt. Daher ist anzunehmen, dass die Entscheidungen nicht in Israel gefällt werden sondern in einigen Vorstandsetagen. Alle anderen können nur verlieren.

2013 ist Wahljahr

Etwas missglückt ist der Start von Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Den Wählern dürfte seine vermeintliche Gier in Erinnerung bleiben. Wen wundert es da, dass die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, in der Beliebtheitsskala weiter stetig steigt. Undiplomatische Aussagen, wie „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“ mag zwar der Realität entsprechen, aber schon Ex-Bundespräsident Wulf musste erfahren, dass man als Spitzenpolitiker etwas mehr Sensibilität zeigen muss. Für die Gehälter von Spitzenpolitikern hat halt der gemeine Wähler kein Verständnis und von dem Stundenlohn eines Vorstandsmitgliedes träumt ein 1-Euro-Jobber im Monat. Angela Mekel tut nunmehr das, was sie schon immer gut konnte, sie tut gar nichts und punktet damit.Parteien zur Bundestagswahl

Vor ihrem AUS scheint die FDP zu stehen. Alles deutet darauf hin, dass eine neue liberale Partei, namens „Piratenpartei“, der FDP die Show stiehlt. Und wer nicht vergessen kann, kreidet noch heute den Grünen ihre Zustimmung zum Kosovoeinsatz an. Das hat damals schon der SPD Konkurrenz in Form eines Usepeters, der USPD und einer erstarkten KPD gebracht. Bleibt nur noch die Linke, die weder den Sprung in die Alten Bundesländer geschafft, noch ihr Eigenverständnis geklärt hat. Da hilft dann auch nicht, dass eine attraktive Sahra Wagenknecht seit Monaten liberale Töne anschlägt und immer mehr von ihren ehemaligen Standpunkten der ‚Kommunistische Plattform‘ Abstand nimmt.

So wird auch im Jahr 2013 der parteipolitische Einheitsbrei eine große Gruppe der Nichtwähler generieren. Im Angesicht weltweiter und europäischer Probleme sehen sich Populisten und Verschwörungstheoretiker im Aufwind. Eine Gruppe, die das neue Jahr nun wirklich nicht braucht.

Ihr
Heinrich Schreiber

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Über Heinrich Schreiber

Als inzwischen „Best Ager" ist die berufliche Vita von Heinrich Schreiber schon etwas umfangreicher. Derzeit engagiert er sich als sozialkritischer Blogger, Journalist, eBook- und Indieautor und schreibt gegenwärtig an seinem ersten, dreiteiligen Psychothriller. Seine jahrelangen Erfahrungen im Finanz- und Schuldnerbereich - insbesondere bei problembelasteten Kapitalgesellschaften - stellt er einem großen Kreis von Betroffenen zur Verfügung. Als leidenschaftlicher Hamburger fühlt er sich überall auf diesem Erdball wohl und bezeichnet sich als Weltbürger.

2 Gedanken zu “2013 – Fakten, Fakten, Fakten und ein bisschen Spekulation

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    „…so dass kein Bundesbürger mehr die Möglichkeit hat, sich von dieser Abgabe zu befreien.“

    Naja, so ganz richtig ist das ja nicht. U.a. sind Harz4 Empfänger befreit, Empfänger von Grundsicherung. „Alters“heimbewohner. Behinderte….

    siehe hier:
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/gez-befreiung-ab-2013-rundfunkbeitragsbefreiung.php

    Es ist zwar immer sehr bequem und leicht schwarz oder weiss zu denken/schreiben, aber nicht wirklich seriös, denn es gibt sehr viele Schattierungen dazwischen.

    • VN:F [1.9.22_1171]
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      Stimmt, die einzelnen Punkte waren ja auch etwas polemisiert dargestellt und das war auch so von mir beabsichtigt.

      Dennoch, danke für den Hinweis

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