Flipper – der Delphin der zum Kult wurde

Delphine sind Sympathieträger: „Man ruft nur Flipper, Flipper, Flipper, bald wird er kommen, jeder kennt ihn – den klugen Delphin. Wir riefen Flipper, Flipper, Flipper, den Freund aller Kinder, Große nicht minder, lieben auch ihn.“ Aber lieben wir die sympathischen Delphine nur unserer selbst willen?

Die Filmindustrie tat gut daran, als sie neben Lassie, Fury und Rin Tin Tin in den frühen 1960ern auch einen Delphin zum Star für eine Kino- und Fernsehserie erwählte. Immerhin wurden schon auf antiken Vasen des Altertums Delphine dargestellt und auch aus alten griechischen Aufzeichnungen ist überliefert, wie Delphine durch ihr ausgeprägt menschenfreundliches Verhalten Menschenleben auf hoher See retteten (schon Aristoteles stellte fest, Delphine sind keine Fische). Flipper war geboren, bekam von den Drehbuchautoren die Fähigkeit verpasst Gut von Böse zu unterscheiden und ist bis in die heutige Zeit ein Sympathieträger breiter Bevölkerungsschichten. Nicht zuletzt zeugt ein Remake aus den Jahren 1995 bis 2000 mit der Schauspielerin Jessica Alba, dass sich mit Flipper Zuschauerzahlen generieren lassen.

Aber was sind Delphine eigentlich?

Die Delphine oder Delfine (Delphinidae), so eine Erklärung bei Wikipedia, gehören zu den Zahnwalen (Odontoceti) und sind somit im Wasser lebende Säugetiere (Mammalia). Rund 40 Arten von Delfinen gibt es und sie stellen damit die größte Gruppe in der Familie der Wale dar. Sie sind in allen Meeren verbreitet. Bei uns in der Nordsee können wir häufig den Tümmler beobachten. Er ist zwar aufgrund kilometerlanger Fangnetze und der Verschmutzung unserer Nordsee inzwischen immer seltener anzutreffen, aber genau diese Gattung der Delfine ist uns als Flipper bekannt. Mir persönlich ist allerdings in der Ostsee noch nie ein Tümmler begegnet, obgleich immer wieder mal kleine Schweinswale an der Mecklenburgischen Küste angeschwemmt werden.

Was macht den Delphin so einzigartig?

Als Säugetier wird ein „Delphinkalb“ nach ca 10-11 Monaten geboren. Gleich nach der Geburt gilt sein erstes Interesse, an die Wasseroberfläche zu schwimmen. Ein Delphin kann sich max. nur 6 Minuten unter Wasser aufhalten.

Biologen versuchen seit langem dem Geheimnis der Delphine auf die Spur zu kommen. Jedoch bis heute konnten sie noch keine endgültige Erklärung dafür finden, warum sich Delfine freiwillig den Menschen nähern. Forscher vermuten, dass diese Annäherung an den Menschen auch etwas mit dem normalen, sehr ausgeprägten Sozialverhalten der Tiere in der eigenen Gruppe zu tun hat. Wenn Delphine Menschen vor dem Ertrinken retten, so mag das auch daran liegen, dass sie in solch einem Moment instinktiv ihre angeborenen Verhaltensweisen „anwenden“. So entspricht der Mensch in diesem Moment einem neugeborenen Delphinkalb. Das wird von der Mutter auch über Wasser gehalten, damit es atmen kann. Oder sie behandeln den Verletzten wie einen verwundeten Artgenossen. Der wird von Delphinen auch in die Mitte genommen und gestützt, damit er nicht ertrinkt oder von Haien angegriffen wird.

Auch in der Delphintherapie nutzt man die Wirkungen auf Patienten mit mentalen, körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen um neue Wege ihrer Gesundung zu finden. Für die tiergestützte Therapie mit Delphinen sind Methoden entwickelt worden, deren Inhalt der Kontakt zu speziell trainierten Delphinen bildet. Unter der Aufsicht von Ärzten und einem Delphintrainer verstehen es die Tiere Kontakt zu den Patienten aufzunehmen, wobei Möglichkeiten aktiviert werden die kein Medikament oder Arzt so wirkungsvoll mobilisieren könnte. Wahrscheinlich empfinden die Meeressäuger beim Abtasten des Patienten durch spezielle Frequenzen die charakteristische Vibration erkrankter Organe (befindet sich gegenwärtig im Forschungsprozess). Es ist jedoch erwiesen , dass während der Ultraschallbestrahlung die Wirbelsäule und das Gehirn in die Resonanz kommt, was die Produktion der Stoffe im Nervensystem stimuliert, die für besseres Funktionieren des Nervensystems sorgen. Durch den Kontakt mit dem Delphin verringert sich beim Menschen das Empfinden von Angst, Stress und Spannungszuständen. Der Patient empfindet den Zufluss positiver Energien und wird von negativen Emotionen befreit. Die Delphintherapien werden jedoch von der Schulmedizin als umstritten angesehen.

Tierschützer Ric O’Barry

Er machte sie zu Stars, dann musste er sie sterben sehen: Delphintrainer Ric O’Barry und seine Tiere waren die Erfolgsgaranten für die TV-Serie „Flipper“. Heute sagt er selber von sich: „Ich war damals jung, dumm und reich!“ Auch Flipper existierte nur in der Phantasie der Zuschauer. Er war ein Wesen, das alle tatsächlichen Fähigkeiten eines Delphins mit den Eigenschaften eines Schmusetiers verband. Gleichzeitig wurde ihm menschliche Intelligenz nach den damaligen Maßstäben einer heilen Gesellschaft angedichtet. Eine Hollywoodillusion, mehr nicht. Je länger allerdings die Dreharbeiten in Florida und den Bahamas dauerten, desto gereizter reagierten die Delphine. Zeitweise übernahmen 5 Delphine die Darstellung von Flipper. Auf den Reisen wurden die Delphine in Kisten verfrachtet und mit dem Flugzeug transportiert, und auch wenn Ric O’Barry während des gesamten Flugs nicht von ihrer Seite wich, ihre Augen mit Vaseline einrieb und ihre Schnauzen mit Wasser benetzte – er merkte, dass etwas nicht stimmte. Sie litten unter großem Stress. Artgerecht war etwas anderes. Als die Filmarbeiten beendet waren, waren auch Flipper und seine „Flipper-Kollegen“ überflüssig. Sie starben, z.T. in seinen Armen.

Ric O’Barry wurde von einem Tag auf den anderen, Aktivist gegen die Gefangenschaft von Delphinen. Heute befreit er Delphine aus der Gefangenschaft, auch wenn er dafür selbst ins Gefängnis muss.

Ihr
Heinrich Schreiber

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Über Heinrich Schreiber

Als inzwischen „Best Ager" ist die berufliche Vita von Heinrich Schreiber schon etwas umfangreicher. Derzeit engagiert er sich als sozialkritischer Blogger, Journalist, eBook- und Indieautor und schreibt gegenwärtig an seinem ersten, dreiteiligen Psychothriller. Seine jahrelangen Erfahrungen im Finanz- und Schuldnerbereich - insbesondere bei problembelasteten Kapitalgesellschaften - stellt er einem großen Kreis von Betroffenen zur Verfügung. Als leidenschaftlicher Hamburger fühlt er sich überall auf diesem Erdball wohl und bezeichnet sich als Weltbürger.

4 Gedanken zu “Flipper – der Delphin der zum Kult wurde

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    super Blog, da sind doch aber auch in MV Delfine gestrandet. Seit 2 Jahren wird dort protestiert, aber es passiert gar nichts. Da solltest du mal nachhaken

    Andy

  2. VA:F [1.9.22_1171]
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    die kleinen superkerle müssen absolut geschützt werden,denn sie können für jeden von uns etwas tun.
    michi

    • VN:F [1.9.22_1171]
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      Danke Nancy,
      ein solches Lob höre ich immer gerne 🙂

      Liebe Grüße zurück
      Heinrich

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