Internetmarketing – tue nur was du kannst!

Finde nicht heraus, was du nicht kannst um es dann zu verbessern – finde heraus was du kannst und optimiere es.

Er hieß Peter, war wie ich wohl knapp 25 Jahre alt und arbeitete als Dreher in Kiel bei der MaK. Ein Super Typ! Immer einen lustigen Spruch auf den Lippen, nie streitsüchtig, nie eingebildet oder überheblich, in seiner Freizeit Handballspieler, abends am Lagerfeuer (Steilküste, Dänischer Wohld wer’s kennt) brachte er seine Gitarre mit und jeder war gerne mit ihm befreundet. Versteht sich von selber, dass in seinem „Schlepptau“ immer eine „Perle“ hing, die ihn anhimmelte. Peter war im Stadtteil, innerhalb unserer Altersgruppe, bekannt wie ein bunter Hund.

Ich, damals Bezirksinspektor einer Versicherungsgesellschaft, hatte den Auftrag eine nebenberufliche Organisation von Versicherungsvermittlern aufzubauen. Peter war da für mich der ideale Kandidat, um für meinen Arbeitgeber Unfallversicherungen und Bausparverträge zu vermitteln. Damals gab es nicht so einen Unsinn wie Qualitätsnachweis, BWV-Prüfung etc., jeder konnte sich mit der Vermittlung von Versicherungen etwas hinzu verdienen. Übrigens so, ausschließlich nur so, ist die ALLIANZ-Versicherung groß geworden (Werbespruch: Ihr guter Nachbar könnte Ihr ALLIANZ-Vertreter sein).

Ich begeisterte also Peter, dass er seinen Freunden doch nur erklären müsse, welchen Vorteil eine solche Unfallversicherung hätte und was er dabei verdienen könne (…..wenn du mit deiner Mühle einen Unfall hast und im Krankenhaus liegst ,kannst du dir schon vom Krankenhaustagegeld wieder eine neue Kutte kaufen – also hier musst du unterschreiben!!). Peter unterschrieb bei mir also einen nebenberuflichen Agenturvertrag und die ersten Versicherungsanträge musste er – natürlich für sich – auch abschließen. Von den Provisionen würde sich Peter jedes Jahr einen Urlaub auf Ibiza leisten und evtl. sogar noch sein Auto finanzieren. Alles lief super………   glaubte ich.

Die anfängliche Euphorie wurde schnell eines Besseren belehrt, denn von Peter kam nichts, überhaupt nichts. Ich fragte ihn, wo denn das Problem sei und er (Peter) berichtete mir mit Stolz von seinen Bemühungen. Er hatte sich im Copyshop, davon gab es in einer Universitätsstadt wie Kiel auch damals schon einige, eigene Werbezettel „gebastelt“. Mit viel Mühe hatte er die dann in kleine A6 Kartengröße geschnitten und verteilte die im Umkleideraum seines Vereins, dem Umkleideraum seiner Arbeit und ähnlichen Orten. Peter zeigte mir einen solcher Zettel auf dem stand:

Mal abgesehen davon, dass weder ein Name zu erkennen war und damals ein Anrufbeantworter eher die Größe eine Schuhkartons für Stiefel hatte (selbst ich besaß zu jener Zeit noch keinen AB), was sollten diese Zettel? Ich will es kurz machen, Peter hatte Hemmungen, auf andere Menschen zuzugehen und mit Ihnen ein Akquisegespräch zu führen. Es war ihm einfach nicht möglich und man mag da noch so argumentieren, wie ich es dann tat, es war nicht sein Naturell. Er hatte schlussendlich nicht eine einzige Person auf Unfallversicherungen angesprochen oder ein Gespräch auf Unfallgefahren gelenkt um daraus ein Gespräch zu generieren.

Natürlich stellte ich mir die Frage, was ich hätte besser machen sollen? Inzwischen weiß ich aber, es kommt nicht alleine darauf an, was man hätte anders machen sollen, sondern herauszufinden, wo liegen die Stärken und Fähigkeiten einer Person. Peter’s Fähigkeit lag eher in der Kontinuität dauerhaft qualitative Arbeit abzuliefern. Als Dreher war er eher ein Erbsenzähler dessen abgelieferte Arbeit kaum Toleranzen aufwies. Obgleich er im Einzelakkord immer an die Grenzen des Machbaren produzierte, hatte der Revisor nahezu niemals seine Arbeit zu bemängeln. Peter bekam die Arbeit hingestellt und er machte, was man ihm sagte. Damit machte er seinen Weg (ich habe noch heute Kontakt zu ihm), gründete eine Familie und sparte sich sein Einfamilienhaus zusammen. Auf Ibiza aber war er bis heute nicht, wie er mir immer sagte.

Peter ist noch heute für mich ein Beispiel, dass es nichts bringt Erfolg dort zu Platzieren, wo er nicht möglich ist. Wer noch heute in der Kaltakquise erfolgreich ist (und die gibt es) der würde im Onliemarketing untergehen. Es wäre nicht seine Welt. Wer sich schwer tut, Briefe zu formulieren und Geschichten zu schreiben der würde sich auch schwer tun, ein eBook zu schreiben. Wer im MultiLevelMarketing gescheitert ist, nicht weil sein Upliner eine Pfeife ist sondern, weil er selber Schwierigkeiten hat auf andere zuzugehen, der wird möglicherweise im Onlinemarketing mehr Erfolg haben, aber auch dort geht es nicht ohne Kontakktpflege und dem Knüpfen von Netzen und Synergien.

Finde nicht heraus, was du nicht kannst um es dann zu verbessern, finde heraus was du kannst und optimiere es.

Da liegt das Geheimnis des Erfolges.

Ein kleiner Hinweis noch. Viele Jahre war ich in der Wirtschaftsberatung bei Existenzgründern tätig und habe die Finanzierung deren Vorhaben, Erweiterungen und sonstigen Investitionen realisiert. Insgesamt eine Viertelmilliarde realisierter Investitions-, Hypotheken- und Grundschulddarlehen sprechen da eine deutliche Sprache. Banken haben in diesen Fällen die vorgelegten Existenzgründerberichte und Rentabilitätsvorausschauen knochenhart geprüft und wehe, der „Break-even-Point“ war nicht da zu sehen, wo sie ihn sehen wollten. In vielen Fällen aber, habe ich Banker auch mit dem Hinweis überzeugt, der Kandidat (Antragsteller, Existenzgründer etc.) sei genau der, der etwas realisiert weil er es kann und weil er der Beste ist. Es macht etwas nicht, weil es gerade mal „in“ oder „angesagt“ oder der „Trend“ ist, sondern weil diese Tätigkeit genau seiner Struktur und Mentalität entspricht und genau deswegen ist er der Beste. Wie gesagt, nicht immer aber manchmal war das der letzte Funken der dazu geführt hat, dass Banken eine Existenzgründung begleitet haben.

Und noch etwas, was man kann, bringt auch am meisten Spaß!

Ihr
Heinrich Schreiber 

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Ein Gedanke zu “Internetmarketing – tue nur was du kannst!

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    Hallo Heinrich,

    Ein Mentor hat vor Jahren zu mir gesagt: Hanshans sobald du keinen Spass mehr hast, an den Dingen die du tust, schmeiße es in die Ecke und suche dir was Neues. Heute weiß ich das er recht hatte. Habe lange gebraucht um da loslassen zu können.

    LG Hanshans

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