Schuldnerberatung – Die Partei auf der Seite des Schuldners

Eine Schuldnerberatung in Deutschland ist recht umfangreich. Wesentlicher Bestandteil ist die Regulierung bereits bestehender Schulden. Hierbei ist die Option, eine Einigung mit seinen Gläubigern zu erreichen genau so bedeutend wie auch die Option, eine Verbraucherinsolvenz zu beantragen.

In meinen Artikeln und Beiträgen ziehe ich eigentlich nicht gerne über andere in der Schuldnerberatungsszene her. Aber heute muss ich diese Contenance erstmals brechen. Auf der Suche im Internet bin ich auf folgenden Artikel eines Beraters im Bereich der Schuldnerberatung (oder was letztlich auch immer von ihm angeboten wird) gestoßen. Er schreibt in seinem Blog..

In Deutschland leben immer mehr Menschen über ihre Verhältnisse, oder rutschen grundlos in eine finanzielle Notlage. Da sie es aus eigenen Kräften nicht mehr schaffen aus der Schuldenspirale heraus zu kommen, sind sie, nach dem sie bei der Bank keine Kredite mehr bekommen, gezwungen zu einer Schuldnerberatung zu gehen.

Überall im Land versuchen Schuldnerberater – und da ist es ganz egal, ob sie für eine öffentlich subventionierte Beratungsstelle oder als Anwalt tätig sind –  gegen das seit über 100 Jahren vorhandenem Vorurteil anzukämpfen, unangemessener Konsum würde Ursache der eigenen Verschuldung sein. Hier jedenfalls bedient ein vermeintlicher Schuldnerberater genau dies Vorurteil. Die Praxis zeigt nämlich andere Situationen. Bei mehr als 4000 verschuldeten Mandanten die ich insgesamt begleitet habe, waren die Ursache der Zahlungsunfähigkeit

    • die Trennung vom Partner und die damit verbundene
      Auflösung 
      eines gemeinsamen Haushalts
    • eine gescheiterte Selbstständigkeit
    • plötzliche Arbeitslosigeit
    • Krankheit und Suchtprobleme
    • Tod eines Partners
    • unverantwortliches Konsumverhalten

Beim unverantwortlichen Konsumverhalten, was ja häufig das Vorurteil der Verschuldung ist fällt auf, dass überproportional Jugendliche hiervon betroffen sind. Ab der Altersgruppe 25jährig und älter kippt der Grund der Verschuldung massiv und andere Gründe treten in den Vordergrund. Was mir noch aufgefallen ist, noch vor 5-6 Jahren hatte vielleicht jeder 10. meiner Schuldner mit diesem unverantwortlichen Konsumverhalten zu kämpfen, gegenwärtig ist es vielleicht nur jeder 13. Mandant. Die Statistik wird von mir zwar nicht wissenschaftlich geführt, aber der Rückgang fällt auf. Wen es interessiert, jeder dritte Mandant kam durch eine unvorhergesehene Arbeitslosigkeit in die Verschuldung. Bei jedem achten Mandanten sind die Schulden durch eine Trennung der Lebensgemeinschaft begünstigt worden. Gleichauf ist die Gruppe derer, die durch eine gescheiterten Selbstständigkeit verschuldet sind, nämlich jeder Achte.

Noch etwas fällt auf, Alleinerziehende sowie junge Familien mit mehreren Kindern waren auffallend häufig meine Mandanten. Dieser Personengruppe fehlt einfach das Einkommen um existieren zu können. Faktisch wachsen ganze Kindergenerationen in einem reichen Land unterhalb der Armutsgrenze auf. Eigentlich nicht ein Problem, um das sich Schuldnerberater kümmern sollten, sondern eher Soziologen und erst recht Politiker.

Ein Schuldenberater mit Ambitionen wird allerdings nicht nach Ursachen forschen. Wer sich in einer Situation befindet, wo inzwischen Schulden zu

    • schlaflosen Nächten
    • Existenzängsten
    • Depressionen
    • Verlust der Libido
    • Familienstreit bis hin zur Trennung
    • Unwohlsein beim Leeren des Briefkastens
    • Aggressivität (auch gegenüber den eigenen Kindern)
    • anfällig gegenüber Krankheiten
    • überhöhter Alkoholkonsum

führt, spielt die Ursache der Verschuldung absolut keine Rolle mehr. Und, um wieder ein Vorurteil zu bemühen, es sielt keine Rolle ob jemand einen Kaufrausch hatte oder beim Pokerspiel sein Einkommen verzockt hat –

JETZT  IST  HILFE  ANGESAGT  UND  KEINE  URSACHENFORSCHUNG

Jetzt geht es darum, mit welchem Ziel ein Schuldnerberater seine Hilfe aufnimmt. Immer wieder höre ich von Mandanten, die vorher ein Gespräch in einer subventionierten Schuldnerberatung hatten, dort hätte man immer wieder darauf hingewiesen, lediglich eine Absage, des außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplanes, würde man benötigen und dann dürfe man die Verbraucherinsolvenz beantragen. Fachlich durchaus richtig. Aber das sollte m.E. lediglich das letzte Ziel sein. Ein Schuldnerberater sollte (muss) alles daran liegen, im außergerichtlichen Schuldenvergleich eine Einigung zu erzielen. Das ist sicherlich die schwierigste Aufgabe im gesamten Schuldenregulierungsprozess. Daher spricht man auch davon, dass der Schuldenvergleich die Königsklasse in der Schuldenberatung ist.

Wer als Schuldner Wert darauf legt, dass der Schuldenvergleich im Vordergrund einer Schuldenregulierung stehen dem empfehle ich, über die Schuldenberatungs-Seite der Kanzlei Dr. von Loeper Kontakt aufzunehmen. Wir sind in dieser Kanzlei stolz darauf, eine Erfolgsquote vorweisen zu können, die knapp 4 x höher ist als die Erfolgsquote öffentlich subventionierter Schuldenberatungsstellen. Im Vorwege klärt man als Schuldnerberater welche Möglichkeiten bestehen den Gläubigern etwas anzubieten. Das muss nicht immer eine Summe in einem Betrag sein. Auch Ratenangebote sind machbar. Wichtig ist nur, dass der Schuldnerberater mit allen Gläubigern eine tragbare Einigung erzielt. Niemand möchte sein Gesicht verlieren, das gilt für die Gläubiger ganz besonders. Jedoch ist ein solcher Vergleich immerhin noch ein Weg, dass die Gläubiger etwas von ihrer Forderung erhalten. Im Falle einer Verbraucherinsolvenz gehen die Gläubiger nämlich eher leer aus.

Eine Garantie gibt es natürlich nicht für den Erfolg. Aber einen Versuch ist es allemal wert.

Ihr
Heinrich Schreiber

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3 Gedanken zu “Schuldnerberatung – Die Partei auf der Seite des Schuldners

  1. VA:F [1.9.22_1171]
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    Hallo Heinrch,
    du hast mir geholfen mich mit meinen Gläubigern zu einigen.
    Heute weiß ich, mein größter Fehler war, zu lange zu warten.
    Aber es ist tatsächlich wie du schreibst, man benötgt einen
    Helfer der weiß, wie man mit den Gläubigern spricht.

    Noch einmal, danke für deine Hilfe. Du hast mir echt geholfen.

    A. Keller

    • VN:F [1.9.22_1171]
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      Das habe ich gerne getan und hoffe, deine neue Selbstständigkeit steht jetzt auf festen Füßen und wird von möglichen Gläubigern nicht torpediert. Immerhin haben wir mit allen eine Vereinbarung treffen können und das gibt Sicherheit. Ich kann nur bestätigen, wer zu lange wartet, verkompliziert die Angelegenheit – auch für einen Schuldnerberater.

      Viele Grüße
      Heinrich Schreiber

  2. VA:F [1.9.22_1171]
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    Schöner Beitrag! Das ganze erinnert mich irgendwie an die Vorurteile die man gegenüber Hartz4 Empfängern hat, die sind auch nicht alle faul und wollen nicht arbeiten.

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